PROGNOSEBERICHT 2024
Die Bundesnetzagentur hat im September 2023 den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037 mit Ausblick 2045 veröffentlicht. Neben dem Ausstieg aus Kohle und Kernkraft werden die nationale Wasserstoffstrategie, der erneuerbaren Energien Ausbau und ein weiter zusammenwachsender europäischer Strombinnenmarkt als wesentlicher Treiber der Transformation des Energiesystems berücksichtigt. Die im Jahr 2045 installierten Erzeugungskapazitäten (vor allem PV und Wind) entsprechen ungefähr einer Verfünffachung im Vergleich zu 2023.
Das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende trat Ende Mai 2023 in Kraft und soll einen flexiblen, rechtssicheren und flächendeckenden Smart-Meter-Roll-out bewirken. Verpflichtend wird unter anderem die Steuerung von Anlagen über Smart Meter oder die Anbindung mehrerer Zähler über ein Smart Meter Gateway. Der Roll-out wird durch die starke Zunahme von PV, Wärmepumpen und Wallboxen deutlich beschleunigt.
Die Leistungsreduktion von Strom zu Spitzenlastzeiten durch die Bundesnetzagentur (§ 14a EnWG) ermöglicht es den Netzbetreibern ab Januar 2024 bei drohender Überlastung des Stromnetzes die Leistung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, Wallboxen und Stromspeichern zu reduzieren.
Im Dezember wurde der Netzentwicklungsplan Gas (NEP) 2022-2032 durch die Bundesnetzagentur bestätigt. Hier werden mehrere Varianten auf der Basis von LNG Lieferungen für das Jahr 2032 betrachtet, die den vollständigen Wegfall von russischem Erdgas sowohl für die Versorgung von Deutschland als auch die der Transite durch Deutschland betrachtet.
Aktuell prüft die Bundesnetzagentur den Entwurf für das deutsche Wasserstoff-Kernnetz. Dieses soll eine Länge von 9.700 km haben und überwiegend aus umgewidmeten Erdgasleitungen aufgebaut werden.
Der Heimspeichermarkt ist wieder stark angestiegen. Im ersten Halbjahr 2023 gab es einen Zuwachs von 260.000 Speichern (Vorjahr 105.000). Da die Mehrwertsteuer Anfang 2023 für neue PV Anlagen und Heimspeicher auf 0% reduziert wurde, rechnet man bis Ende 2023 mit rund 500.000 neu installierten Speichern.
Auch die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen steigen weiter an. So wurden in 2023 rund 520.000 Elektro PKW und damit rund 11% mehr als im Vorjahr zugelassen. Der Anteil rein elektrischer PKW betrug damit 18,4%. Die Plug-in-Hybrid Fahrzeuge waren mit 176.000 neuen Fahrzeugen stark rückläufig, was auf die reduzierte staatliche Kaufprämie zurückzuführen ist.
Ein weiteres Ziel der Bundesregierung ist ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050. Voraussetzung hierfür ist eine hohe Gebäudeeffizienz. Durch die Pandemie ist auch die Akzeptanz für Digitalisierung und deren Nutzen erheblich gefördert worden. Im Arbeitsalltag führt die umfangreiche Homeoffice Nutzung zu einer starken Zunahme von Videokonferenzen. Dadurch hat das Datenübertragungsvolumen stark zugenommen. Um diesen steigenden Bedarf in Deutschland bedienen zu können, ist ein Ausbau des Breitbandnetzes unerlässlich.
Auch im Bereich des Zähl- und Messwesens ist die Liberalisierung erfolgt. Im Digitalisierungsgesetz von 2016 ist festgelegt, dass der Rollout von intelligenten Messsystemen nicht flächendeckend, sondern stufenweise nach größtem Effizienz- und Netznutzen erfolgt. Bei Einbau, Betrieb und Wartung der Zähler wird der zunehmende Wettbewerb die Messpreise beeinflussen. Einige Anbieter haben bereits Messdienstleistungen in unserem Netzgebiet angezeigt. Der verbindliche Einbau von Smart Meter Systemen wurde im Digitalisierungsgesetz am 2. September 2016 beschlossen. Ab 2021 sollen Verbraucher mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 kWh einen digitalen Stromzähler, ab 2024 alle privaten Haushalte mit einem Verbrauch von über 6.000 kWh erhalten.
Der Verbrauch im Stromvertrieb ist gegenüber dem Vorjahr in den ersten 4 Monaten des Jahres 2024 nach den vorläufigen Abrechnungen um rund 0,4% gestiegen, Bei den Sondervertragskunden blieb die Abgabe gegenüber dem Vorjahr konstant gleich.
Der Verbrauch im Gasvertrieb der Stadtwerke Mosbach ist in den ersten 4 Monaten des Jahres 2024 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 18,5% gesunken. Bei den Sondervertragskunden betrug der Rückgang 6,5 %.
Im Bereich der Wasserversorgung wurden die technischen Betriebsführungen mit den Gemeinden Elztal, Fahrenbach, Limbach, Schefflenz, Waldbrunn und Binau verlängert. Mit den räumlich verbundenen Gemeinden ist ein Gebilde entstanden, welches Synergien für die Betriebsführung freisetzt.
Bei der Fernwärmeversorgung rechnen wir wie in der Gasversorgung witterungsbedingt mit etwas niedrigerem Absatz wie im Vorjahr.
Die Investitionen im Bereich des Sachanlagevermögens 2024 liegen mit 6,915 Mio. € über dem Planansatz des vergangenen Jahres.
Im Bereich der Stromversorgung werden 2024 insgesamt 2.690 Tsd. € investiert, davon 560 Tsd. € in die Ertüchtigung von Trafostationen, sowie 1.250 Tsd. € in das Kabelnetz und Messeinrichtungen sowie 150 Tsd. € in die Fernwirktechnik investiert.
Die Investitionen in der Gasversorgung betragen 880 Tsd. €. Schwerpunkte sind der Anschluss an die Süddeutsche Erdgasleitung mit 800 Tsd. €, sowie für die Fernwirkanlagen mit 20 Tsd. €.
Bei der Wasserversorgung sind Verbesserungen im Leitungsnetz, sowie an Hochbehältern geplant. Die Investitionen in der Wasserversorgung betragen insgesamt 2.460 Tsd. €, davon 500 Tsd. € für das Leitungsnetz, 300 Tsd. € für die Leittechnik, sowie1.300 Tsd. € für die Bezugsanlage Brunnen Talaue.
In der Wärmeversorgung sind insgesamt Investitionen in Höhe von 410 Tsd. € für das Leitungsnetz und Hausanschlüsse, sowie in die Automation und Leittechnik geplant, sowie in die BHKW an den Standorten Waldstadt und Kreiskrankenhaus.
Bei den Bädern sind nur geringe Investitionen in Höhe von 140 Tsd. € vorgesehen, beim Verkehr insgesamt 25 Tsd. €.
Im Wirtschaftsplan 2023 ist ein Kreditvolumen von rd. 5.378 Tsd. € veranschlagt
Insgesamt wird im Wirtschaftsjahr 2024 aufgrund der deutlich gestiegenen Netznutzungsentgelte für das vorgelagerte Stromnetz in Höhe von 1,8 Mio. € in der Strom- versorgung mi einem Verlust von 1,1 Mio. € gerechnet., Bei der Gasversorgung wird mit einem Gewinn von 594 Tsd. € gerechnet sowie mit gleichbleibenden Verlusten bei den Bädern mit 657 Tsd. € Insgesamt führt dies zu einem deutlich niedrigeren Planergebnis mit einem Verlust von 1,1 Mio. €. Hauptgrund sind fehlende Netzentgelte in Höhe von dann insgesamt 3,8 Mio. € bis 31.12.2024, die erst in den Folgejahren bis einschließlich 2029 den neuen Netzentgelten gutgeschrieben werden.
Mosbach, den 1. Juli 2024
Unterschriften
Jürgen Jaksz
Ralf Winkler